06.11.2021, René Rausch

Autoren

Die Autoren der Arten und Taxa werden nun nachgetragen, da sie zur Vollständigkeit eines systematischen Namens dringend dazugehören. Diese Arbeit wird voraussichtlich bis Mitte 2022 dauern. Ich bitte die Nachlässigkeit zu entschuldigen.

23.11.2020, René Rausch

Zeigerwerte für Tiere

Ich starte den Versuch, auch Tiere über ökologische Werte zu klassifizieren. Die Grundlage dieser Klassifizierung ist an die Ellenberg-Werte angelehnt, aber im Detail an die Merkmale von Tieren adaptiert. Das Konzept beruht auf der Beschreibung klimatischer Umweltfaktoren (L=Lebensraumtyp, T=Temperatur, K=Kontinentalität,W= Wasser), sowie den intra- (R=Reproduktionsstrategie, S=Sozialverhalten) und interspezifischen Wechselwirkungen (N=Nahrungsspektrum) als Ordinalzahlen, teilweise unter Zuhilfenahme von Zusatzkürzeln (z. B. der R-Wert: u=uniparental, b=biparental, a=alloparental, m=parasitoid).

26.10.2020, René Rausch

Ökologie-Seite

Da der Umfang und der Fokus der Seite mehr und mehr auf der Ökologie, und nicht mehr ausschließlich auf der Botanik liegt, wird die Seite nach und nach umgestaltet. Dabei werden die bestehenden Rubriken aufgelöst und die Inhalte konsistenter geordnet.

22.03.2020, René Rausch

Synökologie und Nahrungsnetz

Nach und nach werden auch Tiere und andere Organismen in das Spektrum des Webs mit aufgenommen, zunächst solche, die direkt mit den Pflanzen in Wechselwirkung (Prädatoren, Bestäuber, Samenverbreiter etc.) stehen (Primärkonsumenten). Danach werden dann auch Vertreter höherer trophischer Ebenen aufgenommen, um dadurch komplexe Nahrungsnetze darstellen zu können.

Arten-Portraits von Tieren

Taxonomie und Systematik: Bufo bufo  Linnaeus 1758 Erdkröte

Domäne Eukaryota Organismen mit echtem Zellkern
Amorphea Eukaryoten ohne Plastiden
Opisthokonta Hinterpolige Schubgeißler
Reich Metazoa Vielzellige Tiere
Bilateria Zweiseitentiere
Überstamm Deuterostomia Neumünder
Stamm Chordata Chordatiere
Unterstamm Vertebrata Wirbeltiere
Überklasse Gnathostomata Kiefermäuler
Tetrapoda Landwirbeltiere
Klasse Amphibia Amphibien
Ordnung Anura Froschlurche
Unterordnung Neobatrachia Moderne Froschlurche
Familie Bufonidae Kröten
Gattung Bufo Echte Kröten

Ökologische Kennwerte:
Wert Zuordnung / Benennung Beschreibung / Kriterien
Lx indifferent Es werden unterschiedliche Lebensräume besiedelt. Das Tier ist ein ausgesprochener Generalist.
Wl Litoral Tier lebt in der Uferzone des Gewässers.
W8 Kleingewässer ohne Temperaturschichtung. Geringe Wassermenge und Tiefe; keine Temperaturschichtung;. Niedrige bis mäßige Nährstoffgehalte, hohe Sauerstoffgehalte. Periodisches Trockenfallen möglich, deutliche Verlandungszone.
T6 Mäßige Wärme bis Wärme Colliner bzw. temperater Lebensraum.
K5 semikontinental Mittlere Luftfeuchtigkeit, deutliche Temperaturschwankungen, mäßig kalte Winter, mäßig heiße Sommer. Ausgesprochen mitteleuropäische Art.
Fl Aquatisches Larvalstadium Tier hat ein aquatisches Larvalstadium, ist zur Fortpflanzung auf Wasser angewiesen.
F3 terrestrisch Tier benötigt regelmäßigen Zugang zu Wasser oder Feuchtigkeit; Lebensweise terrestrisch.
R2 überwiegender R-Stratege An eher labile Umwelten angepasst; hohe Nachkommenzahl, wobei deutlich in die Fitness des Nachwuchses investiert wird. Brutfürsorge, aber meist keine Brutpflege. Mortalität weitgehend unabhängig von Populationsgröße, kurze bis mittlere Lebensspannen
N4 Sekundär- bis Tertiärkonsument Kleiner Räuber: Tier ernährt sich überwiegend von Primärkonsumenten, daneben aber auch von Sekundärkonsumenten. Insectivor bis carnivor, Herbivorie spielt keine oder nur eine geringe Rolle.
Sp Paarungsakkumulationen Zur Paarungszeit kommt es zu Massenansammlungen an festen Plätzen.
S1 Territorienbildner Individuen leben solitär, besetzen eigene Territorien und verteidigen diese. Keine direkte Reziprozität zwischen den Individuen.

L = Landlebensraum  W = Wasserlebensraum  T = Temperatur  K = Kontinentalität  F = Wasserbedarf  
R = Reproduktion  N = Nahrung  S = Sozialverhalten

Dies ist ein Versuch, auch Tiere ökologisch mit "Zeigerwerten" zu klassifizieren, angelehnt an die Ellenberg-Zeigerwerte für die Pflanzen und Flechten. Zum jetzigen Zeitpunkt sollte diese Klassifizierung rein als Experiment verstanden werden. Für konstruktive Diskussionen diesbezüglich bin ich jederzeit dankbar, ich verweise hierfür auf die E-Mail-Adresse info(at)botanik-seite.de.

Jahreslauf:
  Jan Feb Mar Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Aktivität:                                                                        
Winterruhe/-schlaf:                                                                        
Zug/Wanderung:                                                                        
Paarung:                                                                        
Ei:                                                                        
Larven:                                                                        

Anmerkung: Die angegebenen Zeiträume können sowohl zeitlich (über die Jahre) als auch räumlich variieren.

Status, Gefährdung und Schutz (Situation Deutschland):
Zoologischer Status: autochthon
 
Rote Liste: 2009 1998
Nicht gefährdet. Nicht gefährdet.
 
BArtSchuV, Anl. 1: Besonders geschützt.

Hinweis zur Angabe des Schutzstatus: Die Angaben beziehen sich auf die Situation in Deutschland, die Rote-Liste-Angabe bezieht sich immer auf die Bundesebene. Die einzelnen Bundesländer können davon abweichende Einträge aufweisen, die im Bedarfsfall zurate gezogen werden müssen. Alle Angaben sind rein informeller Natur und ohne Gewähr! Es kann keine Rechtsverbindlichkeit daraus hergeleitet werden. Der genaue - aktuelle - naturrechtliche Status muss daher immer anhand rechtsgültiger Literatur (NatSchR, BArtSchuV, FFH-Richtlinie etc.) abgeklärt werden. Unabhängig vom gesetzlichen Schutzstatus wird empfohlen, alle Arten der Roten Liste so zu behandeln, als seien sie besonders geschützt!

Assoziationen:
# wissenschaftl. Name deutscher Name Wirkung auf die bezeichnete Art

1 Arachnida Spinnentiere Prädation
2 Insecta Insekten Prädation
3 Isopoda Asseln Prädation
4 Limax maximus Tigerschnegel Prädation
5 Lumbricus terrestris Gemeiner Regenwurm Prädation
6 Mollusca Weichtiere Prädation
7 Natrix helvetica Barrenringelnatter Prädation (nur Jungtier/Larve)
8 Natrix natrix Ringelnatter Prädation (nur Jungtier/Larve)
9 Pisaura mirabilis Listspinne Prädation

# wissenschaftl. Name deutscher Name Wirkung auf Bufo bufo:

1 Natrix natrix Ringelnatter Prädation
2 Vulpes vulpes Rotfuchs Prädation
3 Meles meles Europäischer Dachs Prädation
4 Sus scrofa Wildschwein Prädation
5 Natrix helvetica Barrenringelnatter Prädation
6 Mustela putorius Europäischer Iltis Prädation
7 Felis sylvestris Europäische Wildkatze Prädation
8 Procyon lotor Waschbär Prädation
9 Nyctereutes procyonoides Marderhund Prädation
10 Buteo buteo Mäusebussard Prädation
11 Ardea cinerea Graureiher Prädation
12 Lanius collurio Neuntöter Prädation
13 Neovison vison Mink Prädation
14 Natrix tesselata Würfelnatter Prädation
15 Corvus corax Kolkrabe Prädation
16 Silurus glanis Europäischer Wels Prädation

Bitte beachten: Die Funktion zur Anzeige der ökologischen Assoziationen befindet sich derzeit im Aufbau. Deshalb sind diese entweder noch unvollständig, oder nicht in der beabsichtigten Präzision dargestellt: So kann es beispielsweise sein, dass anstelle einer Liste mit diskreten Arten nur Taxa angegeben sind, die in einem zweiten Schritt genauer spezifiziert werden müssen. Da diese Arbeit Zeit benötigt, wird um Verständnis für diesen Umstand gebeten.

Abbildungen:
Abbildung 1: Männliches Tier während der Paarungszeit.


Abbildung 2: Weibchen während der Paarungszeit.


Abbildung 3: Wanderndes Pärchen. Erdkröten legen bis zu 3 km zwischen Winterquartieren und Laichgewässer zurück, und finden sich oft schon auf dieser Strecke zusammen.


Abbildung 4: Erdkröten bei der Paarung.


Abbildung 5: Der Paarungstrieb der Männchen ist so stark ausgeprägt, dass sie alles umklammern, das größer ist, als sie selber. Dadurch kann es dazu kommen, dass ein Weibchen von sehr vielen Männchen geklammert wird - was für dieses oft tödlich endet.


Abbildung 6: Der Laich hat besteht aus einer zweizeiligen Schnüre und enthält zwischen 3000 und 8000 einzelnen Eiern.


Abbildung 7: Die Kaulquappen bilden große Schwärme und bewegen sich in der Freiwasserzone eine Tümpels.


Abbildung 8: Subadultes Tier; wahrscheinlich ein Hüpferling im ersten Jahr nach Landgang.


Bildquellen:
Abbildungen 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8: By René Rausch. Dieses Werk ist lizenziert unter CC BY-NC-SA 4.0.


Audio-Dateien:
Audiodatei 1: Viel häufiger als den Paarungsruf hört man an den Gewässern den Befreiungsruf männlicher Kröten, wenn sie irrtümlich von anderen Männchen umklammert werden.


Quellen:
Audiodatei 1: By René Rausch. Dieses Werk ist lizenziert unter CC BY-NC-SA 4.0.